Kategorie: Obstfreunde

Obstfreunde

Pomologische Übungen online

Mitglieder der „Obstfreunde“ Gruppe nehmen in diesen letzten Winterwochen an pomologischen Sortenbeschreibungsübungen teil. Unsere Gruppe ist klein und neu, deshalb freuen wir uns, dass wir uns zur Zeit den online Aktivitäten der Pomologiegruppe des MainÄppelHaus Lohrberg in Frankfurt a.M. anschließen dürfen.

Jede Übung dauert genau 1,5h und es werden ca. drei Sorten betrachtet, wobei wir uns hier auf Äpfel beschränken. Jede Sorte wird von einer Person im Vorfeld vorbereitet, welche Informationen aus der Literatur zusammenträgt und versucht auf die typischen Merkmale hinzuweisen. So lehrt man sich gegenseitig, ohne einzelne übermäßig mit Vorbereitungsaufwand zu belasten.

Wir versuchen, auch in Neumarkt in Zukunft eine OGV-übergreifende „Obstfreunde“ Gruppe zu haben. Wer daran Interesse hat, ist willkommen, Kontakt aufzunehmen.

Hier noch zwei Bilder eines kürzlich betrachteten Rheinischen Winterramburs. Von Kelchhöhle, Kelchröhre, Gefäßbündellinie, Kernhaus und Kernen, die allesamt bestimmungsrelevant sind, habe ich leider keine Bilder gemacht.

Obstfreunde

Teilnahme an Süßkirschen Sortenseminar

Am 3. und 4. Juli nahmen zwei Neumarkter Obstfreunde am Seminar Süßkirschenpomologie von Carina Pfeffer teil, veranstaltet vom MainÄppelHaus Lohrberg in Frankfurt a.M. . Zwei ganze Tage drehte sich dort im Ambiente des dortigen OGV Lehrgartens alles um alte Kirschsorten. Die Kursteilnehmer lernten in geselliger Runde die Möglichkeiten zur Ansprache und Klassifizierung der Merkmale der Kirschensorten kennen und versuchten einen Blick für die Unterschiede in Form, Farbe, Stiel, Blatt und Baumform zu entwickeln. Unter hilfreicher und geduldiger Anleitung von Carina Pfeffer kamen so viele Details der Kirschensorten zum Vorschein, die sonst kaum Beachtung finden. Wer betrachtet schon die Details des Kirschkerns, Geschmacksunterschiede, feine Farbnuancen oder Form und Position des Stempelpunkts der Kirsche so genau?

Derart vorbereitet ging es es an Tag zwei auf eine Exkursion ins Frankfurter Hinterland, zu teilweise riesigen Kirschen Methusalembäumen, wo wir uns dann im Feld die vorgefundenen Sorten vor Augen führten und fleißig Kirschen und Kerne sammelten.

Durch das gelungene und äußerst wertvolle Seminar wurde auf jeden Fall bei so mancher Teilnehmenden ein tieferes Interesse für Kirschensorten geweckt und eine Starthilfe für eigene Sortenbetrachtungen gegeben.

Das ist umso wichtiger, da es eigentlich in jeder Gegend äußerst dringend ist, die verbliebenen alten Sorten zu sichern, zu vermehren und auch weiter zu nutzen. Auch wenn es einfacher ist, sich irgendwelche modernen Sorten aus dem Baumarkt zu holen, so entdeckt man die Vielfalt und eigene Kulturgeschichte erst mit alten Sorten, die nicht auf die Erfordernisse des Erwerbsanbaus hin entwickelt wurden. Nur so kommt man zum Beispiel in den Genuss von schwarzroten Kirschen mit feiner bitterer Note, oder von Schorle aus völlig farblosem Kirschsaft.

Im Seminar wurde so zum Beispiel deutlich, dass frühe (d.h. vor der 3. Kirschwoche reifenden) sowie gelbe und gelb-bunte Sorten (oder am besten beides zugleich) wie Lucien, Elton, Große Prinzessin oder Garrns Bunte (besonders empfehlenswert) deutlich weniger von Kirschfruchtfliegen befallen sind, als die späten dunkelroten Sorten, die im Supermarkt von Verbrauchern akzeptiert werden.